Freitag, 24. März 2017

Das geht ja wirklich schön weiter so ....

Wer gerne und gut kocht, der lernt im Grunde sein ganzes Leben dazu.
Man kommt nicht als Koch zur Welt, man wird dazu gemacht.
Für mich hieß das im zarten Alter von acht Jahren:
Mama, wie macht man Kartoffeln?
Daraufhin habe ich eine kleine Portion Kartoffeln geschält und sie in einer Rinderbrühe weich gekocht.
Meine ersten Bouillonkartoffeln. Sehr lecker!
Und immer wieder entdecke ich Möglichkeiten, meine Kochkunst zu verbessern.
Frischer Skrei aus Norwegen.
Ganz einfach und sooooo lecker.
In eine eckige Gußpfanne zwei Streifen vom Filet auf der Hautseite platzieren.
Vorher genug Butter in der Pfanne zerlassen, so dass die 500 Gramm schön
nebeneinander liegen. Pfeffern, salzen, Deckel drauf und ab in den Ofen.
Den Ofen auf 200° Grad vorheizen. Keine Umluft. Nix.
Nach zwanzig Minuten den Fisch auf die Teller und genießen.
Der Fisch ist gar und richtig heiß.
Dazu frische Bratkartoffeln und ein gutes Kölsch.
Z.B. Reissdorf...

Sonntag, 15. Januar 2017

Das fängt ja gut an!

Besser kann das Jahr für mich an sich nicht beginnen:
Nierenstein links erkannt und entfernt.
Die restlichen Schulterschmerzen seit der Herzoperation sind so gut wie weg.
Die kleinen Nebenfrequenzen in den Beinen beim Spazierengehen können mich mal.
Das weihnachtliche Familientreffen war friedlich und fröhlich, wie immer.
Hilde rast quer durch die Bude, fit und munter wie eh und jeh.
Und das mit immerhin fünfzehn Katzenjahren.
Der schöne Schnee liegt rund im ganzen Dorf, gute zwanzig Zentimeter dürften es sein.
Schippen darf ich nicht, weil die Ärzte es mir bis auf Weiteres verboten haben.
Nach langer Zeit beim Metzger ein Bürgermeisterstück entdeckt. Sehr lecker.
Die Zubereitung folgt der vom Tafelspitz, inclusive Meerrettich und Fadennudeln.
Die Wildschweinkeule zu Weihnachten, in Rotwein vorgebeizt, ein Gedicht.
Dazu Maronen und Aachener Printen in der Sauce - was will man mehr.
Mehr bot nur der Riesling vom Scheidgen aus Hammerstein - einfach köstlich.
Für die kommenden Monate wünsche ich mir lediglich einen milden Frühling
und weniger Steine, die mich begleiten könnten.
Es sei denn sie kämen aus Südafrika - aber das ist eher unwahrscheinlich.

Freitag, 14. Oktober 2016

Was für ein Herbst!!!!

Ich muss mich ein paarmal in den eigenen Hintern zwicken, um mir diesen grandiosen Herbstanfang in die Wirklichkeit zu holen.
Der September mit seinen Sonnenstunden war ja schon die Härte Zehn, aber was bis jetzt folgte, steigert die gute Laune und das Wohlbefinden Tag für Tag.
Die Quitten blitzen gelb aus dem großen Baum herüber und die Weintrauben am Haus, blauer Portugieser, lassen an Süße nicht zu Wünschen übrig.
Unser Apfelbaum winkt mit den roten Früchten, die Menge bleibt überschaubar, aber wir warten mit der Ernte noch ein paar Tage.
Hilde wälzt sich voller Vergnügen auf der Straßenmitte und rast dann vor mir ins Haus hinein, wie immer als Erste und wie immer mit bester Felldamenstimmung.
Es sieht nach einem leichten Landregen aus, aber das wird mich nicht daran hindern, mir die Nordic-Walking-Stöcke zu schnappen und der Liebsten auf einem längeren Spaziergang zu folgen.
Die Orthopädin hat zu Allem grünes Licht gegeben, allerdings mit der Einschränkung:
Bitte machen sie nicht zu Viel auf einmal, alles schön ganz langsam nach und nach!
Diesem Ratschlag folge ich gerne.
Daher brate ich den Gulasch aus dem Zungenstück erst nach dem Spaziergang.
Vorher mundet die gedeckte Weintraubentorte mit Streusel und Pfefferminztee.
Der Kölner an sich sagt immer: Pfeffermünztee.
Ich natürlich auch...

Freitag, 9. September 2016

Was für ein Sommer !!!

Die Sonne scheint einfach jeden Tag und beschert uns phantastische Tage und Temperaturen.
Wir fahren mit der Zehnerkarte nach Urbach und sind manchmal die einzigen Besucher des schönen Freibades. Dort finden wir liebevoll gemachte Frikadellen, Pommes und Eiscafé.
Die Kinder tollen wild umher und springen von allen Seiten ins Wasser, vor allen Dingen von der Stelle aus, wo ein Schild steht mit der Mahnung:
Vom Rande reinspringen verboten!
Bei Nichtbeachtung droht Schwimmbadverbot!
Der Bademeister.
Sie springen und springen um die Wette, kleine Mädchen und Jungen, der Bademeister lächelt dazu und wir denken: Was für ein Sommer!
Damit wir am Abend nicht kochen müssen, haben wir Vitello tonato und Ratatouille vorbereitet.
Oder ein gegrilltes Freilandhähnchen.
Räucherlachs mit Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen und frischer Gurkensalat.
Natürlich auch Schafskäse mit Tomatensalat.
Das Beste: Bruschetta mit frischen Parmesanstreifen auf angegrilltem Baguette.
Natürlich von der Liebsten perfekt präsentiert.
Dazu Gaffels Faßbrause oder kalter Chardonnay aus Frankreich.
Was für ein Sommer ....

Samstag, 2. Juli 2016

Hilde hat sich verändert ...

Früher, also vor längerer Zeit, hat sich Hilde, wenn man sie streicheln wollte, oft schon
nach der ersten Berührung zurückgezogen.
Das hat sich geändert.
Mitte März verschwand ich ja von jetzt auf sofort für sieben Wochen ins Krankenhaus und
in die Reha, das hat uns so getrennt, wie noch nie in den 14 Jahren, seitdem wir mit Hilde
unser Leben teilen.
Auch die Liebste war über Tag viel länger fort als sonst, weil sie mich nach dem Dienst in Köln
anschliessend in Neuwied oder in Mainz noch besuchte.
Hilde hat darauf reagiert.
Sie liegt jetzt fast jeden Abend neben der Liebsten und drückt sich ganz feste
an deren Füße, während sie sich mit dem Kopf dort feste reibt.
Oder sie sitzt neben mir, auf dem Lesetisch, schaut mich ruhig an und klettert
dann auf meinen Schoß, rollt sich dort zusammen, und will gestreichelt werden.
Gestern mussten wir vor dem Haus die Berberitzenhecke schneiden, und nach getaner Arbeit
traf ich auf Hilde in der Küche. Dort sagte ich ihr:
Komm doch mal mit, ich muß dir was zeigen!
Ich ging raus auf die Veranda, Hilde folgte mir.
Dort blieb sie stocksteif stehen und betrachtete voller Entsetzen unser Werk.
Sie schaute mich an und meinte:
Musste das sein ?
Alles ab und dann diese unbekannten Haufen voller Geschnippsel auf dem Rasen?
Sie war richtig betroffen, aber mir fiel die passende Antwort zum Glück rasch ein.
Ich setzte mich auf die Bank neben der Eingangstüre, legte mein Sitzkissen neben mich
und klopfte dort leicht drauf:
Komm, Hilde, leg dich neben mich!
Hilde kam, sprang auf das Kissen, ich begann sie zu streicheln,
und es kehrte wieder Ruhe ein.
So hat sich das geändert...

Dienstag, 7. Juni 2016

Schokolade ... SCHOKOLADE !!!!

Ja, ich gehe gerne einkaufen.
Eigentlich immer, weil ich dann entscheiden kann, was auf den Tisch kommt.
In der Wohngemeinschaft mit Fritz und Christine war das auch nie ein Problem,
Fritz und ich, wir hatten fast den gleichen Geschmack.
Wir schlenderten mal zum HL oder zum Schade, es fluppte.
Das ist lange her.
Heute ist das anders.
Wir wohnen jetzt zu Zweit im Westerwald und im Dorf gibt es nur Heikes Laden Kuhnterbunt,
Superleckere Eier, andere Sachen, und ... ich muss jetzt ganz stark bleiben ...
Schokolade.
Verschiedene Sorten, aber egal welche, immer sehr lecker.
SEHR LECKER !!!!
In den Supermärkten der Umgebung werden auch Schokoladen angeboten.
Das Übliche. Von absoluter Ramschware bis zu den sündhaft teuren Markenprodukten.
Aber es gibt einen Unterschied.
Den kann ich hören.
Wenn wir im Fernsehdämmer vor uns hinliegen und die Liebste stöhnt leise,
dann weiß ich ganz genau:
Heikes Schokolade.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Halluzinationen sind nichts dagegen...

Die ersten Schritte in Bad und Toilette führen mich in einen wahren Abgrund.
Die Räumlichkeiten sind über und über verschmutzt mit abgeschnittenen schwarzen Haaren.
Zweifellos hat sich der Zimmernachbar während meiner OP die Haare geschnitten.
Auf Grund der relaxierenden Zusatzpräparate bin ich soweit sediert, dass mir dies überhaupt nichts ausmacht.
Im Gegenteil, selbst als ich vorsichtig gegen die kleinen Häärchen puste, und sich nichts bewegt,
nehme ich das als positiven Beweis der guten Anästhesetika an und fühle mich vollkommen geborgen.
Als ich die Augen schließe, um mich der stillen Bettruhe zu widmen, sind die aufwallenden tonlosen, gewaltigen Wolken von farbig glänzenden Luftschlangen eine zusätzliche Entspannung.
Ich werde erst nachdenklig, als auf der hellgelben Stirnwand des Zimmers in kräftigem Rot sehr geistreiche Parolen aus dem 68-er Häuserkampf in Frankfurt erscheinen.
Einige besitzen noch bis heute ihren ungebrochenen Witz und Charme.
JA : Die Welt ist reich und schön.
Dass ich in Wirklichkeit kurz vorm Durchdrehen stand, lasse ich hier einmal unerwähnt.